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Juliana Holtzheimer und Anna Bronowski sind zwei Jungunternehmerinnen und Jungdesignerinnen, die sich zunehmend erfolgreich der nachhaltigen Produktion von stylischer Mode zu bezahlbaren Preisen verschrieben haben. 

Doch wie haben sich die beiden Frauen, gerade einmal Mitte 20 jung, kennengelernt? 

Kennengelernt haben sich Frau Holtzheimer und Frau Bronowski 2010 während Ihres Studiums für Mode-Management an der AMD in Hamburg. Die Idee, ein nachhaltiges Label zu gründen, entstand in 2013. 

Im Jahr 2014 gründeten Sie Ihr Unternehmen JAN ‘N JUNE

Im Vorfeld bereits waren Sie davon überzeugt, mit Ihrer Idee eine Marktlücke füllen zu können. 

Zu dem Zeitpunkt gab auf dem deutschen Markt zwar Labels, die nachhaltig und bezahlbar waren, dann allerdings keinen hohen Modegrad aufwiesen und sich im Print-T-Shirt-Segment ansiedelten. Umgekehrt waren modische und nachhaltige Marken sehr teuer. Modisch, fair und nachhaltig produziert und bezahlbar war nicht auffindbar und somit die Idee zu JAN ‘N JUNE geboren. 

Im letzten Semester an der Uni belegten Juliana und Anna den Kurs „Unternehmensgründung“. Dazu gehörte auch das Tool: Erstellung eines Businessplans. Das war genau der Punkt, an dem ihre gemeinsame Idee Gestalt annahm. 

Obwohl die beiden wenig unternehmerische Erfahrung hatten, wollten sie genau zu diesem Zeitpunkt gründen. Zu groß war die Wahrscheinlichkeit, dass Ihnen sonst jemand zuvorgekommen wäre. 

Ziel war es, von Anfang an eine breite Kollektion, die sich nicht auf Sweatshirts oder Hoodies beschränkt, aufzubauen. Von Blusen, Hosen über Kleider und Mäntel sollte alles dabei sein. 

Minimalistische und klare Schnitte, ein reduzierter Stil sowie hohe Qualität und nachhaltige Materialien zeichnet JAN ‘N JUNE aus. Mittlerweile ist die achte Kollektion im Verkauf. 

Wie viele Gründer hielten sich die beiden anfangs mit zusätzlichen Nebenjobs über Wasser. Heute können Sie von Ihrem Startup leben. Das Team umfasst sechs Personen, die mit viel Herzblut dabei sind, JAN ‘N JUNE zu Wachstum zu verhelfen. 

Worauf basierten diese Überlegungen, die auch heute noch umgesetzt und nachgefragt werden? 

Die Erkenntnis, dass auf dem Markt reduzierte und geradlinige Mode mit einer fairen und nachhaltigen Philosophie noch fehlt, war der Initiator. 

Die beiden Designerinnen aber wollten Ihre hochwertige Mode auch preiswert, also bezahlbar, auf den Markt bringen. Dabei mussten sie aber feststellen, dass das gar nicht so einfach ist. Aus diesem Grund haben sich die beiden Frauen von Anfang bewusst gemacht, dass die Absatzmenge von hoher Bedeutung ist, um Skaleneffekten zu erzielen. JAN ‘N JUNE wird direkt über den eigenen Online Shop und indirekt über den Handel vertrieben. Ca. 70 Boutiquen europaweit führen das Label. 

Mode entwerfen, herstellen, auf den Markt bringen und zudem noch alle finanziellen Hürden meistern führte dazu, dass für Freizeit kaum noch Zeit übrigblieb. Ab und an führte Sie der Weg in die „Pony-Bar“ im Uni-Viertel oder in Hamburgs Schanze. 

Ihre Freundschaft hat unter dem Status Geschäftspartnerinnen nicht gelitten, was für beide sehr wichtig ist. 

Entscheidungen werden diskutiert und Kompromisse gemeinsam gesucht. Einen richtigen Streit hat es zurückliegend nicht gegeben. Wahrscheinlich auch deswegen, weil Sie sich gegenseitig sehr gut kennen und die Macken der Freundin gegenseitig respektieren. 

Welche Materialien werden verwendet? 

Diese Frage lässt sich kurz beantworten: Verarbeitet werden nur ressourcenschonende Stoffe, also Bio-Stoffe oder recycelte. Alle Materialien sind zertifiziert nach beispielsweise dem GOTS-Zertifikat für Naturfasern oder GRS-Zertifikat für recycelte Qualitäten. Häufig genutzte Stoffe sind beispielsweise Bio-Baumwolle, recyceltes Polyester und Polyamid, recycelte Baumwolle oder Lyocell. 

Wo erfolgt die Fertigung der Kollektionen und was wird verarbeitet? 

In Wroclaw, Polen, ist die Hauptproduktion. Hier, in dem familiengeführten Betrieb wird ein Großteil der Kleidung genäht. Weitere Produktionsstätten befinden sich in Portugal. 

Gibt es bei Juliana und Anna eine strikte Arbeitsteilung? 

Für das Design sind beide gemeinsam verantwortlich. 

Dieser Bereich bereitet Ihnen auch viel Spaß, macht allerdings nur einen kleinen Teil ihrer Arbeit aus 

Juliana übernimmt zusätzlich das Marketing, den PR-Bereich und die Produktion in Polen. Anna Bronowski kümmert sich um die Finanzen sowie die Planung und das Produktmanagement. Auch die Aufgaben im Vertrieb teilen sie sich. 

Welche Gedanken/Überlegungen prägen Ihr perspektivisches Denken? 

Dass sich JAN‘ N JUNE als Marke weiterentwickelt und wächst, steht ganz oben auf Ihrer Wunschliste. Auch eine Männerkollektion steht kurz vor dem Launch. In der ferneren Zukunft sind auch eigene Läden nicht auszuschließen. 

Bei so viel Power und Engagement bleibt den beiden nur zu wünschen, dass sich Ihr Label JAN‘ N JUNE weiter aufbaut und verbreitet. Nachhaltige Mode ist die Zukunft. 

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